Fahrradtour zum Bodensee
Vorbereitung:
Zu Beginn einer jeden Tour steht immer eine gute Vorbereitung.
Die Route will festgelegt, Material zusammengestellt und die Unterkünfte organisiert werden. Nur wer hier genau und weitsichtig plant, der wird auf der Tour keine allzugroßen Probleme erleben.
Die erste Version der Strecke meiner Tour sollte zunächst entlang des Hochrhein-Jakobsweges führen. Immer im Wechsel Deutschland Schweiz. Doch die immer wieder wechselnden Corona-Bestimmungen machten eine konkrete Planung etwas schwerer.
Nach ettlichen Streckenversionen stand dann meine Strecke fest. Es sollte nach Waldshut, dann Richtung Schaffhausen und schlußendlich zum Ziel Konstanz gehen.
Somit war der erste Schritt zur Tour getan. Nun sollte das Material zusammengestellt werden.
Was braucht man auf der Tour? Dieser Frage ging ich über viele Stunden nach. Erst sollten es übernachtungen im Biwacksack auf Campingplätzen sein. Leider waren diese schon ausgebucht. Also, alles auf feste Unterkünfte umplanen. Es empfiehlt sich sehr, die Unterkünfte im Vorfeld zu reservieren, denn dann steht man nicht vor dem Problen, dass man sich Abends noch etwas suchen muss.
Auf was kam es noch an? Was sollte noch mit?
Zufiel Gewicht ist auf dem Rad nicht sehr erfreulich, daher versuchte ich mich sehr einzuschränken. Unterwegs etwas kochen können, Hygiene und Kleidung, sowie ausreichend zu trinken, das waren die wichtigsten Themen.
Als Transporthilfen, wählte ich Satteltaschen von Ortlieb, viel Platz und Wasserdicht, das sollte schon sein.
Am Abend vor der Tour wurde alles gerichtet und bereitgestellt. Denn ich wollte mich am nächsten Tage nicht mit langem Packen aufhalten.
Dann war alles bereit, die Reise konnte starten.
Tag 1, 07.06.2021
Der Wetterbericht der letzten Tage hatte recht behalten, das Wetter war nicht allzu gut. Wolken standen an einem grauen Himmel, na toll. Die Regenjacke wanderte gleich auf eine der Packtaschen, sicher ist sicher.
Dann ging es los, Richtung Waldshut über Bad Säckingen und Laufenburg.
Bereits in Bad Säckingen begannen die ersten Tropfen zu fallen. Bald regnete es sich ein. In der Hoffnung, dass es nicht die ganze Woche regnen würde, setzte ich meine Tour gen erstes Etappenziel fort.
Radfahren im Regen ist als Brillenträger ein Traum. Immer wieder fehlte die Sicht. Ein Unterstand kam leider nicht in Sicht, also weiter.
Zum Glück regnette es nicht so stark, sondern einfach nur kontinuierlich, ein kleiner Trost.
Am Nachmittag dann das ersehnte Ziel: das Sporthotel in Waldshut. Nun noch schnell das Zimmer beziehen und schnell unter die Dusche, einfach nur genial.
Draussen wurde der Regen immer heftiger, zum Glück war ich drinne. Doch, wie würde es morgen aussehen. Mit einem leckeren Abendessen und der Hoffnung auf eine Wetterbesserung endete der erste Tag.
Tag 2, 08.06.2021
Bei Aufwachen kam die frohe Feststellung, der Regen hatte aufgehört.
Also schnell frühstücken und dann los. Das Ziel: Schaffhausen.
Heute sollte die Strecke etwas hügeliger sein. Zumindest hielt das Wetter.
Von Waldshut führte der Weg über den Berg nach Küssaberg und dann in sanften Hügeln nach Erzingen, wo es nun über die Grenze in die Schweiz ging. Bei meiner Streckenplanung hatte ich mich bewusst von Hauptstraßen ferngehalten, somit hatte ich nicht mit Autos und Größerem zu tun.
Durch den Naturpark Schaffhausen, auch mit Steigung, ging es über Neuhausen am Rheinfall direkt nach Schaffhausen. Das Wetter hatte immernoch gehalten, in Schaffhausen zeigte sich kurz vor meinem Ziel noch die Sonne.
Unterhalb der imposanten Munot-Festung ging es durch Seitengassen zu meiner nächsten Unterkunft. Nach dem Einchecken und frischmachen rief ein frischer Kaffee nach etwas Ruhe. Danach erkundete ich meine direkte Umgebung. Schaffhausen ist eine sehr schöne Stadt, welche das Alte und auch das Neue toll miteinander Verknüpft.
So ging der zweite Tourtag entspannt und vor allem trocken zu Ende.
Tag 3, 09.06.2021
Der nächste Morgen trieb zum Aufbruch, das Tagesziel Konstanz am Bodensee.
Doch vorher sollten Dissenhofen, Stein am Rhein, Gottlieben und weitere Städte durchfahren werden.
Der Wettergott hatte sich mächtig in Zeug gelegt, die Sonnenbrille durfte nun zum Einsatz kommen. Strahlend blauer Himmel, Sonnenschein und herlliche milde Temperaturen waren meine Begleiter des heutigen Tages.
Wer die Städte am der Strecke durchquert, der wird von der Mittelalterlichen Bauweise begeistert sein.
Ab Mammern führt der Weg immer entlang des Bodensees. Hier wird einem die größe dieses Gewässers, welches 3 Länder verbindet, erst bewusst.
Weiter ging es am Ufer des Sees.
Nach vielen Kilometern zwischen Feldern, Wäldern und Wohngebieten kam dann am Nachmittag das Ziel näher: Konstanz.
Doch ins Hotel einchecken war noch nicht möglich, der aktuelle Coronatest fehlte noch. Also ab zur Teststation 12km vom Hotel weg und erstmal Stabatmen.
Dann endlich das Ergebnis, negativ. Somit schnell zum Hotel und einchecken. Nach der obligatorischen Dusche, sah die Welt wieder besser aus.
Aufgrund der Lage des Hotels blieb die Erkundung der Gegend aus. Abendessen und ins Bett.
Tag 4, 10.06.2021
Auf dem Weg am Ufer des Sees entlang hatte ich beschlossen den heutigen Tag etwas mit Sightseeing zu verbringen und dann die Strecke zurück nach Schaffhausen auf dem Schiff zu fahren und die herlliche Sicht vom Rhein aus zu genießen. Schließlich wollte ich auch etwas von der Gegend zu Gesicht bekommen.
Das Konstanzer Münster war ein Stop auf dem Weg zum Seeufer.
Das Wetter war heute wieder einfach traumhaft, man stelle sich die Freude bei Regen vor.
Am Hafen von Konstanz wartete die Imperia brav auf das Erinnerungsfoto. Die Tickets für das Schiff waren schnell gebucht. Blieb genug Zeit um den Hafen zu erkunden.
Leider reichte die Zeit nicht mehr, um zum SeaLife zu fahren, ein Ziel, welches ich mir für das nächste Mal vorgenommen habe.
Dann war es auch schon an der Zeit auf das Schiff zu gehen.
Die Tour führte über die Insel Reichenau zum Rheineingang bei Gottlieben und dann Richtung Schaffhausen. Auf dem Weg hat man die Möglichkeit, an allen Stationen das Schiff zu verlassen. Leider sind die Fahrzeiten der Schiffe etwas knapp.
Von Rhein aus konnte ich nochmals die Strecke, welche ich am Vortag geradelt bin, nochmals geniessen. Auch hier zeigt sich die Verbindung von Alten und Neuen. Alte Gebäude aus dem Mittelalter wechseln sich mit neuen, modernen Häusern ab, einfach schön anzusehen.
Nach 5 Stunden Fahrt kam dann auch schon die Munot-Festung und somit Schaffhausen in Sicht.
Also, wieder aus Bike und ab zur Unterkunft. Nach der erfrischenden Dusche wurde mir klar, was ich bei meiner Reiseplanung vergessen hatte, Sonnencreme. Der erste Sonnenbrand des Jahres wäre somit auch erledigt. Aber nun, ab ins Bett.
Tag 5, 11.06.2021
Die vergangenen Tage hatten mir gezeigt, dass ich doch noch nicht so trainiert bin, wie ich es gerne gewesen wäre. Mit der Erkenntniss, dass heute die schwere Etappe mit vielen Steigungen anstand, besann ich mich, auf meinen Körper und vor allem auf meinen Hintern zu hören. Die heutige Strecke nach Waldshut sollte per Zug erfolgen, ich wollte es nicht zu weit treiben.
Doch bevor es zum Zug ging, wollte ich noch dem Rheinfall einen Besuch abstatten. Denn wer in Schaffhausen ist, der sollte sich dieses Schauspiel nicht entgehen lassen.
Und vor Ort wurde ich nicht enttäuscht. Mit gewaltiger Kraft stürzten die Wassermassen an mir vorbei, einfach ein unglaubliches Schauspiel der Natur. Ich hatte die Seite von Schloss Laufen gewählt, womit ich auf noch ein bisschen Architektur bewundern konnte.
Nach diesem sehr schönen Abstecher war es an der Zeit von Schaffhausen abschied zu nehmen, also ab zum Bahnhof und auf nach Waldshut.
Die Sehnsucht nach meiner Familie trieb mich zu dem Entschluss, heute nicht in Waldshut zu übernachten, sondern direkt ab dem Bahnhof Waldshut nach Hause zu fahren, einen Tag früher als geplant.
Gedacht, getan. Nach dem Ausstieg, hier sei erwähnt, dass ich mich bis heute frage, warum ein Wagon, der zum Transport von Fahrrädern dient, drei Stufen haben muss, ging es los.
Das heutige Wetter gab meinem Sonnenbrand noch ein bisschen Hilfe, indem es ihn verschlimmerte. Aber nun hatte ich Sonnencreme, welche mir etwas helfen sollte.
Bei schönstem Wetter, man bedenke wie grau es auf dem Hinweg war, kam mein letztes Ziel, mein Zuhause immer näher.
Zuhause angekommen war eine wunderschöne Tour mit vielen Eindrücken, aber auch Strapazen, zu Ende.
Was bleibt, ist die Erinnerung und die Vorfreude auf das nächste Mal ...
... Und viel aufzuräumen und zu reinigen ;-)

Ich hoffe, mein kleiner Tourbericht hat euch gefallen, vielleicht fühlt sich der eine oder andere nun zu einer ähnlichen Tour animiert.
Im Anschluss findet Ihr noch eine Galerie mit den schönsten Tourfotos.